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„Besserer Schutz der Patientinnen und Patienten“ – EU-Parlament fordert Kommission und Rat zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen auf

Straßburg. Etwa 25.000 Menschen sterben jährlich an Infektionen, die durch arzneimittelresistente Bakterien verursacht werden. Das Europäische Parlament hat am Donnerstag, 13. September 2018 in Straßburg den Aktionsplan „Eine Gesundheit“ verabschiedet. Dieser soll die Prävention von neuen Krankheiten fördern und Resistenzen bekämpfen.

(c) European Union - European Parliament 2018

„Antibiotika sind wichtige, lebensrettende Arzneimittel zur Behandlung bakterieller Infektionen. Immer mehr Krankheitserreger werden jedoch gegen gängige Antiobiotika immun – das gefährdet die Patientensicherheit in ganz Europa. Die jährlichen Todesfälle aufgrund multiresistenter Keime und die damit verbundenen neuen Krankheiten steigen – wir müssen jetzt europaweit handeln.“, erklärt Tiemo Wölken, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Abgeordneten im Europäischen Parlament.

„Die heutige Entscheidung im Parlament setzt ein klares Zeichen dafür, dass wir ein Umdenken bei der Nutzung von Antibiotika herbeiführen müssen. Ziel des Aktionsplans ist es, den Missbrauch und vor allem den übermäßigen Gebrauch dieser Medikamente zu reduzieren.“, betont Tiemo Wölken.

Des Weiteren enthält das beschlossene Papier Strategien zur Infektionsprävention und -bekämpfung, die auf alle Bereiche des Gesundheitswesens abzielen. Informationskampagnen, die Patientinnen und Patienten sensibilisieren, eine europaweite Verschreibungspflicht für Antibiotika und Fortbildungsangebote für das medizinische Personal sind Maßnahmen, die von den Parlamentariern empfohlen werden.

Antibiotikaresistenz betrifft neben der Humanmedizin auch die Veterinärmedizin, Tierhaltung, Landwirtschaft, Umwelt und Handel. „Obwohl es in vielen Regionen verboten ist, Antibiotika an Tiere zu füttern, geschieht dies leider noch immer. So kann es dazu kommen, dass selbst gesunde Tiere Antibiotika verabreicht bekommen und dadurch Resistenzen aufgebaut, die dann auf Menschen übertragen werden“, erklärt Tiemo Wölken.

„Resistenzen können nur mit einem ganzheitlichen Ansatz auf europäischer und nationaler Ebene und einer engen Zusammenarbeit im öffentlichen Gesundheits- und Veterinärwesen wirksam bekämpft werden. Die EU sollte hier eine Vorreiterrolle bei Forschung und Innovation in der Diagnostik und bei der Behandlung einnehmen. Auf Worte müssen jetzt Taten folgen.“

Die Europaparlamentarier fordern, dass die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten schnellstmöglich verbindliche und ehrgeizige Zeitrahmen für die Bekämpfung von Antibiotikaresistenz festlegen.

Bild: AdsD der FES

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